Ernährungsberatung der Medical Balance Group
Alle Infos zum Thema Ernährung
aus unserer Praxis – von den Grundlagen des gesunden Tellers über Fette, Proteine und versteckten Zucker bis zu Stoffwechsel-Mythen.
Kleine Veränderungen, große Wirkung.

Gesunde und ausgewogene Ernährung: Prinzipien und Vorteile
Was macht eine ausgewogene Ernährung aus?
Eine ausgewogene Ernährung liefert alle Nährstoffe, die der Körper braucht — in der richtigen Menge und aus möglichst vielfältigen Quellen. Fünf Prinzipien tragen sie: Vielfalt, Gleichgewicht zwischen den Lebensmittelgruppen, Qualität der Zutaten, Maß beim Portionieren und ausreichend Flüssigkeit über den Tag verteilt. Die Übersicht zeigt die fünf Lebensmittelgruppen mit ihrer jeweiligen Funktion, einen kompletten Beispieltag von Frühstück bis Abendessen und die Fehler, die uns in der Sprechstunde am häufigsten begegnen: ausgelassene Mahlzeiten, restriktive Diäten ohne fachliche Begleitung und Essen als Reaktion auf Stress. Spürbare Effekte stellen sich unterschiedlich schnell ein — mehr Energie und bessere Verdauung oft binnen Wochen, ein stabileres Körpergewicht über Monate, die Wirkung auf das Erkrankungsrisiko über Jahre.
Der gesunde Teller
Der gesunde Teller: 50 Prozent Gemüse, je 25 Prozent Protein und Vollkorn
Wer sich keine Nährwerttabellen merken möchte, kommt mit einer einzigen visuellen Regel weit: Die Hälfte des Tellers gehört Gemüse und Blattgemüse, roh oder gekocht. Ein Viertel entfällt auf eine Proteinquelle — mageres Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Tofu. Das letzte Viertel füllen Vollkornprodukte und Knollen wie brauner Reis, Hafer, Quinoa, Kartoffeln oder Süßkartoffeln, die Energie langsam freisetzen. Ergänzt wird das um hochwertige Fette in maßvoller Menge, um Wasser zur Mahlzeit und um Kräuter und Gewürze, die Geschmack liefern und den Griff zum Salzstreuer überflüssig machen. Je größer die Farbvielfalt auf der Gemüsehälfte, desto breiter das Spektrum an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen.
Infografik „Der gesunde Teller" mit 50 Prozent Gemüse, 25 Prozent Protein und 25 Prozent Vollkornprodukten sowie empfohlenen Lebensmitteln je Gruppe
Warum fühlen wir uns so zu Süßigkeiten hingezogen?
Die Vorliebe für Süßes ist keine Charakterschwäche, sondern das Zusammenspiel mehrerer Mechanismen. Evolutionär war süßer Geschmack ein verlässliches Signal für schnell verfügbare Energie. Zucker regt im Gehirn die Ausschüttung von Dopamin an, was das Verlangen nach Wiederholung verstärkt. Dazu kommen emotionale Auslöser — viele Menschen greifen bei Stress, Traurigkeit oder Unruhe zu Süßem — sowie kulturelle Prägung, weil Süßes zu Festen, Traditionen und Zuwendung gehört. Und schließlich die Gewöhnung: Was in der Kindheit häufig angeboten wird, festigt sich zur Gewohnheit. Wer diese Ebenen kennt, kann gezielter ansetzen, als es Verbote leisten. Die Übersicht nennt vier Ansätze: nährstoffreichere Alternativen wählen, echten Hunger von emotionalem Bedürfnis unterscheiden, bewusst planen statt spontan zugreifen, und Schlaf, Bewegung und Stressbewältigung als Hebel begreifen.
Infografik zu fünf Ursachen der Vorliebe für Süßes von der Evolution bis zur erlernten Gewohnheit, mit Strategien für einen bewussteren Umgang
Erstellen Sie Ihren eigenen Salat
Salat selbst zusammenstellen: acht Schritte zur vollwertigen Mahlzeit
Ein Salat wird erst dann zur sättigenden Mahlzeit, wenn er mehr enthält als Blattgemüse. Die Übersicht führt durch acht Bausteine: eine Blattbasis aus Kopfsalat, Spinat, Rucola, Mangold oder Grünkohl; buntes Gemüse für Farbe, Textur und Mikronährstoffe; eine Proteinquelle wie Hühnchen, Thunfisch, Eier, Hülsenfrüchte, Tofu oder Hüttenkäse; hochwertige Kohlenhydrate wie Quinoa, brauner Reis oder Süßkartoffeln für anhaltende Sättigung; hochwertige Fette aus Avocado, Oliven oder Nüssen; Samen und Kerne für Textur und Mikronährstoffe; ein einfaches Dressing aus nativem Olivenöl extra, Zitrone oder Essig; und zum Schluss frische Kräuter. Wer die Zutaten saisonal variiert, vermeidet Eintönigkeit und deckt über die Wochen ein breiteres Nährstoffspektrum ab.
Infografik mit acht Schritten zum ausgewogenen Salat, von der Blattbasis über Protein und hochwertige Fette bis zum Dressing
Hafersorten und ihre Verwendung
Haferflocken: welche Sorte wofür?
Hafer ist ein Vollkornprodukt und liefert Ballaststoffe, langsam freigesetzte Energie sowie Vitamine und Mineralstoffe. Der Unterschied zwischen den Sorten liegt im Verarbeitungsgrad und wirkt sich auf Textur und Garzeit aus. Grobe Haferflocken bleiben bissfest und brauchen zehn bis fünfzehn Minuten, ideal für Porridge, selbstgemachtes Müsli und Backwaren. Feine Flocken werden nach fünf bis sieben Minuten weich und cremig und eignen sich für Smoothies, Kekse und Pfannkuchen. Stahlgeschnittener Hafer besteht aus zerkleinerter ganzer Hafergrütze, braucht zwanzig bis dreißig Minuten und bleibt kompakt — die Wahl für traditionelles Porridge und herzhafte Gerichte. Vollkorn-Hafermehl muss gar nicht gekocht werden und dient zum Backen und Andicken.
Infografik zu vier Hafersorten mit Eigenschaften, Textur, Garzeit und passenden Anwendungen.
Herz-Kreislauf-Gesundheit
Herz-Kreislauf-Gesundheit: Risikofaktoren, Warnzeichen, Vorsorge
Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen, und ihr Verlauf hängt maßgeblich an täglichen Gewohnheiten. Sieben Säulen tragen die Herzgesundheit: ausgewogene Ernährung, körperliche Aktivität, ein gesundes Körpergewicht, Stressmanagement, erholsamer Schlaf, Rauchverzicht sowie Blutdruck-, Cholesterin- und Blutzuckerwerte im Zielbereich. Bluthochdruck und ein erhöhter Cholesterinspiegel gehören dabei zu den gewichtigsten beeinflussbaren Faktoren. Als Warnzeichen, die ärztlich abgeklärt gehören, nennt die Übersicht Schmerzen oder Beschwerden in der Brust, Kurzatmigkeit, Herzklopfen oder unregelmäßigen Herzschlag sowie ausgeprägte Müdigkeit, Schwindel oder Ohnmacht. Zur regelmäßigen Kontrolle gehören Blutdruck, Gesamtcholesterin mit Lipidfraktionen, Blutzucker und der Body-Mass-Index.
Wichtiger Zusatz für die Seite: Bei akuten Brustschmerzen, plötzlicher Atemnot oder Bewusstlosigkeit wählen Sie bitte sofort die 112. Diese Übersicht dient der Vorsorge, nicht der Selbstdiagnose.
Infografik zur Herz-Kreislauf-Gesundheit mit sieben Säulen der Prävention, Warnzeichen, Risikofaktoren und empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen
Fette und Fettsäuren
Fettarten: welche Fette guttun und welche man begrenzt
Fette sind eine essenzielle Energiequelle und an Hormonproduktion und Vitaminaufnahme beteiligt — entscheidend ist die Auswahl. Ungesättigte Fettsäuren gelten als gesundheitsförderlich: Einfach ungesättigte finden sich in nativem Olivenöl extra, Avocados, Mandeln, Haselnüssen und Walnüssen. Mehrfach ungesättigte umfassen Omega-3-Fettsäuren aus Lachs, Sardinen, Thunfisch sowie Chia- und Leinsamen und Omega-6-Fettsäuren aus Soja-, Mais- und Sonnenblumenöl. Gesättigte Fettsäuren aus fettreichem Fleisch, Vollfettmilchprodukten, Butter, Kokos- und Palmöl können bei übermäßigem Verzehr den LDL-Cholesterinspiegel erhöhen. Transfette gelten als besonders ungünstig, weil sie LDL erhöhen und HDL senken; sie stecken vor allem in hochverarbeiteten Produkten wie Fast Food, Keksen und abgepackten Snacks. Als Faustregel: Pflanzenöle, Avocado, Fisch, Nüsse und Samen enthalten; fettreiches Fleisch, Vollfettmilchprodukte und tropische Öle reduzieren; frittierte Speisen und Transfette vermeiden.
Infografik zu Fettarten mit einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, gesättigten Fetten und Transfetten sowie Ernährungsrichtlinien
Olivenöl
Natives Olivenöl extra: worauf es beim Kauf und beim Erhitzen ankommt
Natives Olivenöl extra ist die Güteklasse mit dem höchsten Nährwert: kalt extrahiert, mit einem Säuregehalt unter 0,8 Prozent, reich an Antioxidantien und Vitamin E. Natives Olivenöl darf bis zu 2 Prozent Säuregehalt aufweisen, raffiniertes Olivenöl ist verarbeitet und hat Aroma und einen Teil der Nährstoffe eingebüßt. Achten Sie auf dem Etikett auf die Bezeichnung, den Säuregehalt, den Hinweis auf erste Kaltextraktion, ein Ernte- oder Abfülldatum sowie eine klar benannte Herkunft. Beim Kochen gilt: Der Rauchpunkt liegt in der Regel zwischen 160 und 190 Grad, das reicht für Pfannengerichte, Dämpfen und Ofenrezepte, nicht aber zum Frittieren. Den größten Nutzen bringt das Öl roh, über Salaten, in Saucen und zum Verfeinern am Ende der Zubereitung. Gelagert wird kühl, dunkel und fest verschlossen, am besten in Glas oder Metall, und nach dem Öffnen innerhalb von zwölf bis achtzehn Monaten aufgebraucht.
Infografik zur Auswahl von nativem Olivenöl extra mit Sortenvergleich, Etikettenprüfung, Verwendung beim Kochen und Aufbewahrungstipps
Proteine und Eiweiß
Proteine: tierisch, pflanzlich und clever kombiniert
Proteine sind für Aufbau, Reparatur und Erhalt von Körpergewebe zuständig und an der Produktion von Enzymen und Hormonen beteiligt. Tierische Quellen wie Huhn, Rind, Fisch, Eier, Milchprodukte und Meeresfrüchte enthalten alle essenziellen Aminosäuren in bedarfsgerechter Menge und sind gut verwertbar. Pflanzliche Quellen — Hülsenfrüchte, Soja und Sojaprodukte, Quinoa, Hafer, Erbsen — liefern zusätzlich Ballaststoffe, sind cholesterinfrei und arm an gesättigten Fettsäuren, können einzeln aber unvollständig sein. Die Lösung liegt in der Kombination: Getreide mit Hülsenfrüchten, etwa Reis und Bohnen, oder Getreide mit Nüssen und Samen, etwa Hafer mit Erdnussbutter, ergibt ein vollständiges Aminosäureprofil. Praktisch heißt das: zu jeder Mahlzeit eine Proteinquelle einplanen. Das fördert die Sättigung, erhält die Muskelmasse und hält das Energieniveau über den Tag stabiler.
Infografik zu Proteinarten mit tierischen und pflanzlichen Quellen, vollständigen und unvollständigen Proteinen und sinnvollen Kombinationen
Kohlenhydrate
Kohlenhydrate: einfach, komplex und Ballaststoffe
Kohlenhydrate sind die Hauptenergiequelle für Körper und Gehirn — die Art entscheidet über die Wirkung. Einfache Kohlenhydrate aus Haushaltszucker, Süßigkeiten, gezuckerten Getränken, Honig, Sirup und Fruchtsäften liefern schnell Energie, können den Blutzucker aber stark ansteigen lassen und bringen wenige Nährstoffe mit. Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Knollen werden langsamer verdaut, liefern Energie gleichmäßiger und bringen Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe mit. Ballaststoffe selbst werden nicht verdaut, sind aber für die Darmgesundheit, die Gewichtskontrolle und die Regulierung von Cholesterin- und Blutzuckerspiegel zentral; sie stecken in Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorn, Nüssen und Samen. Wer Kohlenhydrate mit Ballaststoffen, Eiweiß und hochwertigen Fetten kombiniert, dämpft den Blutzuckeranstieg spürbar.
Infografik zu Kohlenhydratarten mit einfachen und komplexen Kohlenhydraten, Ballaststoffen und einer Einordnung nach glykämischem Index
Zucker
Zuckerarten: natürlich, zugesetzt, hochverarbeitet
Zucker ist nicht gleich Zucker. Natürlich vorkommender Zucker in Obst, Gemüse, Milch und Naturjoghurt ist von Ballaststoffen, Wasser und Nährstoffen begleitet. Zugesetzter Zucker gelangt bei der Zubereitung oder industriellen Verarbeitung ins Produkt und steckt in gezuckerten Getränken, Süßwaren, Backwaren, gesüßten Frühstücksflocken und aromatisiertem Joghurt. Hochverarbeitete Zuckerarten in Süßigkeiten, Industriegebäck und Snacks liefern nahezu ausschließlich Kalorien. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, freie Zucker auf unter zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen; unter fünf Prozent bringt zusätzlichen Nutzen. Bei 2.000 Kilokalorien am Tag entsprechen zehn Prozent etwa 50 Gramm oder rund zwölf Teelöffeln. Wer reduzieren möchte, beginnt sinnvollerweise bei Getränken: Wasser statt Limonade spart oft schon den größten Anteil.
Infografik zu Zuckerarten mit natürlichen, zugesetzten und hochverarbeiteten Zuckern, WHO-Empfehlung und Tipps zur Reduktion
Versteckter Zucker ist Zucker in Produkten, bei denen wir keinen süßen Geschmack erwarten. Er findet sich in Saucen wie Ketchup und Barbecue-Sauce, in abgepackten Suppen und Cremes, in Tiefkühlgerichten, in Aufschnitt und gepökeltem Fleisch, in aromatisiertem Joghurt und verarbeiteten Käsesorten, in Industriebrot, Frühstücksflocken und Müsliriegeln. Erschwerend kommt hinzu, dass Zucker auf der Zutatenliste unter vielen Namen auftaucht: Saccharose, Dextrose, Glukose, Maissirup, Maissirup mit hohem Fruktosegehalt, Fruktose, Rohzuckersaft, konzentrierter Fruchtsaft, Melasse, Agavendicksaft, Maissirupfeststoffe. Eine brauchbare Orientierung beim Einkauf: Weniger als 5 Gramm Zucker pro Portion gelten als niedrig, 5 bis 15 Gramm als mittel, mehr als 15 Gramm als hoch. Prüfen Sie zusätzlich, ob eine der genannten Bezeichnungen weit vorne in der Zutatenliste steht — die Reihenfolge gibt den Mengenanteil wieder.
Infografik zu verstecktem Zucker mit typischen Produktgruppen, Decknamen auf der Zutatenliste und Hinweisen zum Lesen des Etiketts
Süßstoffe
Süßungsmittel im Vergleich: Stevia, Erythrit, Aspartam und Co.
Süßungsmittel liefern süßen Geschmack mit wenigen oder gar keinen Kalorien und lassen sich in vier Gruppen einteilen. Nährstoffreiche Süßungsmittel wie Zucker, Honig, Ahorn- und Agavensirup liefern Energie und teilweise natürliche Nährstoffe, aber eben auch Kalorien. Künstliche hochintensive Süßstoffe wie Aspartam, Sucralose, Acesulfam K oder Saccharin sind kalorienfrei, erhöhen den Blutzucker nicht und werden in sehr kleinen Mengen eingesetzt. Natürliche hochintensive Süßstoffe wie Stevia und Mönchsfrucht sind ebenfalls kalorienfrei, ihr Geschmack weicht jedoch merklich von Zucker ab. Polyole beziehungsweise Zuckeralkohole wie Erythrit, Xylit und Sorbit liefern weniger Kalorien als Zucker und fördern keine Karies, können in größeren Mengen aber Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Süßstoffe können helfen, die Zuckerzufuhr zu senken, ersetzen aber keine ausgewogene Ernährung. Bei Kindern, in der Schwangerschaft und bei bestehenden Erkrankungen besprechen Sie den Einsatz bitte ärztlich.
Infografik zu vier Gruppen von Süßungsmitteln mit Vor- und Nachteilen sowie Hinweisen zur Auswahl
Zuckerfreie Speißen und Getränkeüßstoffe
Diät, light oder zero: was die Aufdrucke wirklich bedeuten
Die drei Bezeichnungen stehen für Unterschiedliches. Diätetische Produkte sind für spezielle Ernährungsbedürfnisse entwickelt, etwa zucker-, salz- oder fettfrei, und richten sich an Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhtem Cholesterin — kalorienarm sind sie deshalb nicht zwangsläufig. Light-Produkte enthalten mindestens 25 Prozent weniger eines bestimmten Nährstoffs oder weniger Kalorien als die herkömmliche Variante; „light" heißt reduziert, nicht „frei von". Zero- oder Nullprodukte enthalten keinen Zucker, keine Kalorien oder kein Natrium beziehungsweise nur vernachlässigbare Mengen, meist unter 0,5 Gramm oder 5 Kilokalorien pro Portion, und arbeiten dafür häufig mit Süßstoffen. Ob solche Produkte die bessere Wahl sind, hängt vom Gesamtbild ab: Manche enthalten Zusatzstoffe oder hochverarbeitete Zutaten, und sie können die Vorliebe für Süßes aufrechterhalten. Entscheidend bleibt der Kontext Ihrer gesamten Ernährung.
Infografik zum Unterschied zwischen diätetischen Produkten, Light-Produkten und Zero-Produkten mit Vergleichsbeispielen
Blutzucker, Insulin und Glykämie
Glykämischer Index: was er misst und wofür er nützlich ist
Der glykämische Index ordnet kohlenhydrathaltige Lebensmittel auf einer Skala von 0 bis 100 danach ein, wie schnell sie den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen; Glukose dient mit 100 als Bezugsgröße. Niedrig sind Werte von 0 bis 55, hier finden sich Linsen mit etwa 30, Haferflocken mit 40, Apfel mit 36, Naturjoghurt mit 35, Mandeln und Brokkoli mit 15. Der mittlere Bereich von 56 bis 69 umfasst brauner Reis mit 68, Vollkornbrot mit 65, Süßkartoffel mit 61 und reife Banane mit 60. Hoch sind Werte ab 70, etwa Weißbrot mit 75, weißer Reis mit 73, Pommes frites mit 76 und gebackene Kartoffeln mit 95. Der Wert ist keine feste Größe: Ballaststoffe und Fette senken ihn, die Zubereitungsmethode kann ihn verändern, und reifere Früchte liegen höher. Praktisch am wirksamsten ist die Kombination — ein Lebensmittel mit hohem Index zusammen mit Eiweiß, Fett und Ballaststoffen gegessen wirkt deutlich moderater auf den Blutzucker.
Infografik zum glykämischen Index mit drei Kategorien, Beispielwerten einzelner Lebensmittel und Einflussfaktoren
Softdrinks und zuckerhaltige Getränke
Cola, Fanta, Sprite und Co.
Ein Gramm Alkohol liefert sieben Kilokalorien — mehr als Kohlenhydrate und Eiweiß, aber ohne Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe oder Antioxidantien. Deshalb spricht man von leeren Kalorien. Zur Einordnung: Ein 355-Milliliter-Bier schlägt mit rund 150 Kilokalorien zu Buche, ein Glas Rotwein mit etwa 125, ein zuckerhaltiger Cocktail je nach Rezept mit 250 bis 500. Hinzu kommt, dass der Körper Alkohol vorrangig verstoffwechselt und andere Stoffwechselfunktionen solange in den Hintergrund treten. Regelmäßiger Konsum begünstigt die Zunahme von Körperfett, beeinträchtigt Schlafqualität und Muskelregeneration und erhöht das Risiko für Leber-, Herz- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen. Wer reduzieren möchte, setzt sich Grenzen im Voraus, legt feste alkoholfreie Tage in der Woche ein, trinkt abwechselnd Wasser und isst vor oder während des Trinkens.
Infografik zu Alkohol als Quelle leerer Kalorien mit Kalorienangaben je Getränk, Auswirkungen auf den Körper und Tipps zum verantwortungsvollen Umgang
Alkohol und Alkoholhaltige Getränke
Alkohol: warum er als leere Kalorie gilt
Ein Gramm Alkohol liefert sieben Kilokalorien — mehr als Kohlenhydrate und Eiweiß, aber ohne Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe oder Antioxidantien. Deshalb spricht man von leeren Kalorien. Zur Einordnung: Ein 355-Milliliter-Bier schlägt mit rund 150 Kilokalorien zu Buche, ein Glas Rotwein mit etwa 125, ein zuckerhaltiger Cocktail je nach Rezept mit 250 bis 500. Hinzu kommt, dass der Körper Alkohol vorrangig verstoffwechselt und andere Stoffwechselfunktionen solange in den Hintergrund treten. Regelmäßiger Konsum begünstigt die Zunahme von Körperfett, beeinträchtigt Schlafqualität und Muskelregeneration und erhöht das Risiko für Leber-, Herz- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen. Wer reduzieren möchte, setzt sich Grenzen im Voraus, legt feste alkoholfreie Tage in der Woche ein, trinkt abwechselnd Wasser und isst vor oder während des Trinkens.
Infografik zu Alkohol als Quelle leerer Kalorien mit Kalorienangaben je Getränk, Auswirkungen auf den Körper und Tipps zum verantwortungsvollen Umgang
Unverarbeitete Lebensmittel
Lebensmittel oder Lebensmittelprodukt: der Verarbeitungsgrad entscheidet
Mit steigendem Verarbeitungsgrad sinkt in aller Regel die Nährstoffqualität, während Zucker, Fett, Natrium und Zusatzstoffe zunehmen. Vier Stufen lassen sich unterscheiden. Unverarbeitete oder minimal verarbeitete Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Eier, frisches Fleisch, Nüsse und Samen sind die beste Wahl. Verarbeitete kulinarische Zutaten wie Pflanzenöle, Butter, Zucker, Salz, Mehl und Gewürze gehören in maßvoller Menge dazu. Verarbeitete Lebensmittel wie Brot, Käse, Konserven und Pökelwaren entstehen durch Zugabe von Salz, Zucker oder anderen Zutaten und passen zum gelegentlichen Konsum. Hochverarbeitete Lebensmittel wie abgepackte Kekse, gezuckerte Getränke, Snacks, Fertiggerichte und Wurstwaren sollten begrenzt werden. Der direkte Vergleich macht es anschaulich: frischer Apfel gegen Apfelsaft, frischer Brokkoli gegen Brokkoli mit Fertigsauce, natürliches Hähnchen gegen Hähnchennugget.
Infografik zum Verarbeitungsgrad von Lebensmitteln mit vier Stufen, direktem Vergleich natürlicher und verarbeiteter Produkte und Hinweisen zum Etikett
Verarbeitete Lebensmittel
Hochverarbeitete Lebensmittel: fünf Merkmale zum Erkennen
Ultraverarbeitete Lebensmittel sind industriell hergestellte Produkte, die fast ausschließlich aus extrahierten oder industriell gewonnenen Substanzen bestehen. Fünf Merkmale helfen beim Erkennen: unbekannte, schwer aussprechbare Zutaten, die Sie in Ihrer eigenen Küche nicht verwenden würden; zahlreiche Zusatzstoffe wie künstliche Farbstoffe, Aromen, Konservierungs- und Süßungsmittel; ein hoher Gehalt an Zucker, Fett und Natrium; Hinweise auf komplexe industrielle Prozesse wie extrudiert, hydriert, texturiert oder isoliert; sowie auffällige Verpackungen mit Versprechen wie „angereichert", „mit Vitaminen" oder „leicht". Als Faustregel gilt: Je länger die Zutatenliste und je schwerer verständlich, desto wahrscheinlicher handelt es sich um ein hochverarbeitetes Produkt. Häufiger Konsum ist mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einige Krebsarten verbunden.
Infografik zu hochverarbeiteten Lebensmitteln mit fünf Erkennungsmerkmalen auf dem Etikett, gesundheitlichen Risiken und Alternativen
Häufige Fragen
Was Patientinnen und Patienten uns zur Ernährung fragen
Sieben Fragen, die in unserer Sprechstunde regelmäßig aufkommen – kurz und ohne Umwege beantwortet.
Wie sieht eine ausgewogene Mahlzeit konkret aus?
Die Hälfte des Tellers gehört Gemüse, ein Viertel einer Proteinquelle wie Fisch, Eiern, Hülsenfrüchten oder magerem Fleisch, das letzte Viertel Vollkornprodukten oder Knollen. Dazu kommen hochwertige Fette in maßvoller Menge und Wasser als Getränk. Diese visuelle Regel ersetzt im Alltag jede Nährwerttabelle.
Wie viel Zucker am Tag ist in Ordnung?
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, freie Zucker auf unter zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen. Bei 2.000 Kilokalorien entspricht das etwa 50 Gramm oder rund zwölf Teelöffeln. Eine Reduktion auf unter fünf Prozent bringt zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen. Wer anfangen möchte, setzt am besten bei Getränken an – dort sammelt sich der größte Anteil.
Wie viel Salz ist empfohlen?
Weniger als 5 Gramm pro Tag, also etwa ein gestrichener Teelöffel. Die meisten Menschen kommen auf das Doppelte oder mehr. Der größte Anteil stammt dabei nicht aus dem Salzstreuer, sondern aus Brot, Käse, Wurstwaren, Saucen, Instant-Suppen und salzigen Snacks.
Darf man Olivenöl erhitzen?
Ja, in Maßen. Der Rauchpunkt von nativem Olivenöl extra liegt meist zwischen 160 und 190 Grad. Das reicht für Pfannengerichte, Dämpfen und Ofenrezepte aus. Zum Frittieren oder für längeres Garen bei hoher Temperatur ist es nicht geeignet. Den größten Nutzen bringt das Öl roh, über Salaten oder zum Verfeinern am Ende der Zubereitung.
Machen Kohlenhydrate am Abend dick?
Nein. Entscheidend sind die gesamte Energiezufuhr über den Tag und die Qualität der Lebensmittel, nicht der Zeitpunkt der Mahlzeit. Auch das Auslassen von Mahlzeiten beschleunigt den Stoffwechsel nicht – es steigert eher den Hunger und begünstigt übermäßiges Essen bei der nächsten Gelegenheit.
Reicht eine rein pflanzliche Ernährung für die Proteinversorgung?
Ja, wenn die Quellen kombiniert werden. Einzelne pflanzliche Proteine sind oft unvollständig, doch Getreide mit Hülsenfrüchten – etwa Reis und Bohnen – oder Getreide mit Nüssen und Samen ergibt ein vollständiges Aminosäureprofil. Sinnvoll ist, zu jeder Mahlzeit eine Proteinquelle einzuplanen.
Bietet die Medical Balance Group Ernährungsberatung an?
Ja. Unsere Ernährungsberatung findet ausschließlich an unserem Standort Campus Jungfernsee in Potsdam statt. Sie ist ärztlich begleitet und richtet sich nach Ihren individuellen Laborwerten, Ihrem Alltag und Ihren Zielen. Einen Termin können Sie direkt online buchen.
Ihre Frage war nicht dabei?
Im persönlichen Gespräch am Campus Jungfernsee schauen wir uns Ihre Werte, Ihren Alltag und Ihre Ziele gemeinsam an – und leiten daraus ab, was für Sie konkret sinnvoll ist.
Die Antworten auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen, in der Schwangerschaft oder bei Beschwerden sprechen Sie uns bitte an.
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